Warum kam es zum Krieg?
Ursachen und Vorgeschichte des Deutsch-Französischen Krieges
1. Die Lage in Europa vor 1870
Nach dem Sieg Preußens gegen Österreich im Jahr 1866 wurde Preußen zur dominierenden Macht in Norddeutschland. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck wollte auch die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden enger an Preußen binden.
Frankreich unter Kaiser Napoleon III. wollte diese Entwicklung verhindern. Frankreich fürchtete, dass ein geeintes Deutschland zu mächtig werden könnte und seine eigene Stellung in Europa gefährden würde.
2. Der Auslöser: Die Emser Depesche
Im Jahr 1870 sollte ein Verwandter des preußischen Königshauses, Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, spanischer König werden. Frankreich befürchtete dadurch eine politische Einkreisung und protestierte heftig.
Leopold verzichtete schließlich auf die Kandidatur. Doch Frankreich verlangte zusätzliche Garantien von König Wilhelm I.
Bei einem Treffen in Bad Ems berichtete Wilhelm I. anschließend über das Gespräch mit dem französischen Botschafter. Bismarck kürzte diesen Bericht, die sogenannte Emser Depesche, bewusst und veröffentlichte ihn.
Dadurch wirkte die Nachricht in Frankreich besonders provokant. Die Stimmung in beiden Ländern verschlechterte sich weiter.
Wichtige Fakten
- Bismarcks Ziel: Einigung Deutschlands unter preußischer Führung.
- Frankreichs Ziel: Erhalt seiner Vormachtstellung in Europa.
- Nationalismus verstärkte die Spannungen auf beiden Seiten.
- Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg.